Zum Sonntag

Der große Bruder des Sonntags ist -

Urlaub!

Lobe den Herrn, meine Seele
und vergiss nicht,was er dir Gutes getan hat!
(Psalm 103,2)

 

7. Sonntag nach Trinitatis, 26.7.'20

Am Abend hatten die Leute Hunger.
Gebt Ihr Ihnen zu essen!“
sagte Jesus zu seinen Jüngern,
Die haben sicher erstmal geschluckt,
aber davon schweigt die Bibel.
Dann haben sie die Menge in Grüppchen aufgeteilt,
und ihnen gegeben, was da war.
Alle sind satt geworden.
Ich weiß nicht, ob es wirklich 5.000 waren.
Aber ich weiß, dass wir die Jünger von heute sind.
An uns ist es, die Not anderer zu sehen und zu lindern.
Wie damals: In kleinen Schritten
und voller Gottvertrauen.

Guter Gott,
stille unseren Hunger.
Wir brauchen dein Wort für unsere Seele
und Brot für unseren Körper.
Wenn wir zusammenhalten, werden alle satt.

Gott segne uns und behüte uns.

 

6. Sonntag nach Trinitatis, 19.7.'20

Esel, Hund, Katze und Hahn
haben Weltruhm erlangt,
obwohl sie nie in Bremen angekommen sind.
Sie haben das Leben von der hässlichen Seite kennen gelernt -
und trotzdem haben sie es weit gebracht.
Die Tiere waren nicht nur alt und schwach -
sie haben zusammen gehalten, und sie haben gesungen.
So haben sie sogar Räuber in die Flucht geschlagen.
Ich denke weiter:
Es zählt nicht, was andere über mich denken.
Der Glaube gibt diese selbstbewusste, spielerische Freiheit.
Wir gehören zu Gott – mit ihm geht es weiter!

Guter Gott,
du sprichst auf mancherlei Weise zu uns.
Gib uns offene Ohren und weites Herz,
dass wir alles Lebendige achten.
Wir haben es nicht nötig,
auf vermeintlich Schwächere herab zu sehen.

Gott segne uns und behüte uns.

 

 

5. Sonntag nach Trinitatis, 12.7.'20

Jesus tauchte auf und Petrus machte einen Riesenfang.
Welch‘ Reichtum für einen kleinen Fischer.
Das nahm er als Zeichen: Glauben lohnt sich.
Die Angst wird kleiner. Gott ist ja da.
Der Mut wird größer. Was kann schon passieren?
Petrus hat viel gelernt, als sie zusammen durch die Gegend zogen:
Nichts zählt für Gott mehr als die Menschen
und ihre Freiheit. Egal, was andere sagen.
Jesus reichte ihm die Hand;
nicht nur, als er in den Wellen versank.
So funktioniert das Leben:
Es ist voller Schätze, die wir nicht verdient haben.
Geschenkt.

Guter Gott
mach‘ uns frei – davon, was andere von uns erwarten
und von unseren eigenen Ansprüchen.
Unser Wert und unsere Würde können wir nicht verdienen.
Sie sind geschenkt – von Dir.

Gott segne uns und behüte uns.

 

4. Sonntag nach Trinitatis, 5.7.‘20

Wie wirkt Gott in dieser Welt?
Durch uns. Ob wir wollen oder nicht.
Nicht alles, aber vieles hängt von uns ab.
Wir sind die Helden unserer Geschichte.

Gott braucht uns.
Wir sind auch die Helden seiner Geschichte.

Er will es gut machen.
Leider stehen wir ihm mit unserem Stolz
oder unserer begrenzten Sicht der Dinge
manchmal im Weg.

Wie auch immer:
Gott setzt durch, was er gesagt hat.
Seine Treue ist größer.

Guter Gott,
es ist nicht leicht, das Böse zu überwinden und das Gute zu tun.

Manchmal überwinden wir ja nicht ‘mal
unseren inneren Schweinehund.
Wir brauchen Selbstbewusstsein und Gottvertrauen.
Ganz viel.

Gott segne uns und behüte uns.

 

Zum 3. Sonntag nach Trinitatis, 28.6.'20

Auf dieser Welt muss einiges anders werden.
Wo alles immer ungerechter verteilt ist,
gibt es immer mehr Kriege, Hunger, Flucht.
Corona und Klimawandel sind keine Strafen Gottes.
Aber es wäre schlau, zu tun, was Gott fordert:
Aufeinander achten, Gerechtigkeit suchen, Schwache schützen.
Weil wir alle Gott am Herzen liegen
und weil sonst die Menschheit in Gefahr ist.
Und trotzdem: wo wir scheitern, vergibt er.
Es gibt Hoffnung und Zukunft.

Guter Gott,
du lässt uns nie allein.
Hilf uns weiter zu denken.
Gewohnheiten lassen sich ändern.
Das Leben kann auch ganz anders sein.

Gott segne und behüte uns.

 

2. Sonntag nach Trinitatis, 21.7.‘20

Oh ja: Einfach mal Pause machen!
Wer jetzt etwas von mir erwartet,
kann lange warten.
Solche Momente gehören zum Leben und zum Glauben.
Den Mund aufmachen und die Ärmel hochkrempeln,
Gerechtigkeit suchen und dem Frieden nachjagen:
All‘ das hat seine Zeit.
Aber ich kann nicht alles.
Vieles habe ich einfach nicht in der Hand.
Vor Gott kann ich mit leeren Händen da stehen,
ich stehe doch gut da.
„Kommt her zu mir alle,
die ihr mühselig und beladen seid.“
Oh ja!
 

Guter Gott,
bei Dir komme ich zur Ruhe.

Gerade in dieser Zeit, die so viel Umdenken erfordert.
Lenke meine Sinne auf das, was zählt.
Weil du für mich da bist, kann ich für andere da sein.

Gott segne und behüte uns.

 

1. Sonntag nach Trinitatis, 14.6.‘20

Früher …
Erinnerungen sind ein Schatz,
den uns niemand nehmen kann.
Sie können uns trösten
oder auf neue Ideen bringen - jetzt!
Der Glaube ist eine Schatzkiste.
Gott war bei Abraham, Mose oder Petrus,
aber auch bei den ganz normalen.
Gott geht mit uns - ob wir etwas Neues anfangen
oder auf langen Durststrecken unterwegs sind.
Am Ende wartet das gelobte Land.
 

Guter Gott,
es dauert so lange,
da kann man schon ‘mal den Kopf hängen lassen.
Ich möchte meiner Sache sicher sein wie Abraham
und immer aufs Neue begeistert wie Petrus.

Gott segne und behüte uns.

Trinitatis, 7.6.2020

Gott segne dich -
weil er das will; nicht, weil wir das verdient hätten.
Das beflügelt.

Gott lasse sein Angesicht leuchten -
er rückt die Dinge ins richtige Licht:
Rassismus ist Rassismus
und Liebe ist Liebe.

Gott erhebe sein Angesicht auf dich -
er nimmt mich wahr,
meine Träume und meine Schuld.

Er gibt mir Frieden.
Trotz allem.

Guter Gott,
du siehst mich freundlich an,
und ich fühle mich besser.
Gib mir ein bisschen ab
von deiner Menschenliebe.

Gott segne und behüte uns.

 

Pfingsten 2020

 

Pfingsten in Jerusalem:

Auf einmal ging es.

Die Angst war wie weggeblasen.

Die Trauer war eine tiefen Freude gewichen.

Sie wussten gar nicht, wo hin mit sich vor Tatendrang.

Obwohl rein äußerlich alles so war wie vorher.

Nach Himmelfahrt dürften die Jünger

sich ungefähr so gefühlt haben wie wir heute.

Krise eben.

Glauben geht trotzdem.

Die Freude ist größer als die Angst.

Wir stehen über den Dingen,

lassen uns nicht klein kriegen,

denken weiter.

Heiliger Geist eben: Gott erreicht seine Menschen.

 

Guter Gott,
danke, dass du uns nicht allein lässt.
Du bist größer, einfallsreicher, pfiffiger
als wir uns das vorstellen können.
Steck‘ uns an mit deiner Lebensfreude.

 

Gott segne und behüte uns.
Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke

 

Zum Sonntag Exaudi, 24.Mai 2020

 

Eigentlich wissen wir, was gut und richtig ist.

Wenn da bloß nicht der Selbstzweifel wäre.

Immer wieder suchen wir Anerkennung,

müssen uns und anderen beweisen,

wie gut wir sind.

In dieser Welt ist das so. Aber nicht bei Gott.

Er „gibt sein Gesetz in unser Herz“ (Jer 31,33)

So lebt es sich gut: Ruhig und sicher;

sollen die anderen doch lachen.

Wir kennen Gottes Willen.

Er macht unser Herz fest,

damit wir sagen und tun,

was gut und richtig ist.

 

Guter Gott,
mach‘ uns stark,
dass wir Schwäche zeigen können.
Leben gelingt nur miteinander,
gemeinsam finden wir den besten Weg.

 

Gott segne und behüte uns.
Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke

 

Christi Himmelfahrt - 20. Mai 2020

 

Sie konnten starren, so lange sie wollten. Jesus blieb verschwunden.

Erst die Engel holten sie wieder auf den Boden der Tatsachen.

„Was seht ihr zum Himmel?“ fragten sie und meinten damit:

„Die Erde braucht euch.“

Das Glauben muss weiter gehen, damit das Leben leichter wird.

Mit dem Taschentuch sollten die Jünger nicht winken, sondern zwei Knoten ‘rein machen.

Um sich erinnern zu lassen: Gott lässt uns nicht allein. Und: Gott ist für alle da.

So kommt der Himmel auf die Erde.

 

Guter Gott,
gib uns Kraft zum Durchhalten.
Wir können nicht weglaufen.
Lass dich finden: Wie im Himmel,
so auf Erden.

 

Gott segne und behüte uns.
Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke

Sonntag, 17. Mai - Rogate

 

Im Himmel passiert sowieso genau das, was Gott will.

Dass es so auch auf der Erde ist,

darum bitten wir im Vater Unser:

„Dein Wille geschehe – wie im Himmel,

so auf Erden.“

Im Himmel kann ich allen in die Augen schauen.

Ohne Angst, ohne Hintergedanken, ohne mich zu schämen.

Die großen Dinge sind selbstverständlich:

Gleichheit, Gerechtigkeit, Frieden.

Dass es auf der Erde so wird, wie es im Himmel ist, -

darum beten wir und dafür leben wir gleichermaßen hartnäckig.

 

Guter Gott,
wir sind nicht allein. Du verstehst uns.
Auch wenn wir keine Worte finden.
Du teilst unser Leben.
Danke.

 

Gott segne und behüte uns.

Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke

Sonntag, 10. Mai - Kantate

 

Wir feiern wieder Gottesdienst.

Mit Abstand, aber eng verbunden.

Auch mit denen, die nicht in der Kirche sitzen,

aber die Glocken hören und erleichtert sind.

Das Leben geht weiter.

Manchmal mäßig, aber vielleicht ernsthafter.

Mit Mundschutz eben.

Das Glauben geht weiter.

Manchmal mäßig, aber vielleicht ernsthafter.

Singen geht wohl kaum. Aber Summen.

Unsere Gebet kommen an, auch wenn sie nur Gott hört.

 

Guter Gott,
begleite unsere nächsten Schritte. Lass‘ es gut gehen.
Hilf uns, die anderen nicht zu vergessen.
Die ganze Welt braucht Frieden, Gerechtigkeit, Gesundheit.
Es geht nur gemeinsam.

Gott segne und behüte uns.

Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke

Sonntag, 03. Mai - Jubilate

 

„Gott will mit uns die Erde verwandeln.

Wir können neu ins Leben geh‘n.“ (EG 432,3)

Seit sieben Wochen herrscht Ausnahmezustand.

Die Füße stillhalten war das Beste, was wir tun konnten.

Jetzt müssen wir das Leben neu lernen.

Auf Abstand. Winken statt umarmen.

Es gibt immer neue Herausforderungen.

Neue Themen beschäftigen uns.

Alltag und Freizeit haben ein neues Gesicht.

Es gibt viele neue Einsichten.

Vor Urzeiten hat Gott die Welt geschaffen.

Jetzt braucht er uns, um sie neu zu gestalten.

Wir sind gemeinsam unterwegs – Gott sei Dank!

Guter Gott,
gib‘ uns Mut und Tatkraft,
die Dinge in die Hand zu nehmen.
Das Leben kann gut werden,
weil du es teilst.

Gott segne uns und behüte uns.

Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke

Sonntag, 26. April - Misericordias Domini

 

„Der Herr ist mein Hirte ...“

nicht nur die Konfis kennen Psalm 23 auswendig.

Die Worte tun gut, gerade in der Krise,

deretwegen wir sogar die Konfirmation verschieben mussten.

Gott weiß, wie uns zu Mute ist;

er lässt irgendwann auch die Vorfreude wieder wachsen.

Zwischendurch hilft er uns,

den besten Weg selbst durch unwegsames Gelände

und dunkle Täler zu finden.

Wir lernen wieder, uns an kleinen Dingen zu freuen,

und wenn es schwer wird, fürchten wir uns nicht so sehr.

Wir begreifen, wie wertvoll das Leben ist,

gerade wenn es bedroht ist.

Gott passt auf uns auf.

Daran erinnern die Glocken, wenn sie,

wie heute in Riede zur Konfirmationszeit,

in einem Konzert erklingen, das keiner überhören kann.

 

Guter Gott,

Der Weg geht weiter.

Du gehst ihn mit.

An dir können wir uns orientieren.

Wir schöpfen neuen Mut.

 

Gott segne uns und behüte uns.

Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke