Zum Sonntag

Pfingsten 2020

 

Pfingsten in Jerusalem:

Auf einmal ging es.

Die Angst war wie weggeblasen.

Die Trauer war eine tiefen Freude gewichen.

Sie wussten gar nicht, wo hin mit sich vor Tatendrang.

Obwohl rein äußerlich alles so war wie vorher.

Nach Himmelfahrt dürften die Jünger

sich ungefähr so gefühlt haben wie wir heute.

Krise eben.

Glauben geht trotzdem.

Die Freude ist größer als die Angst.

Wir stehen über den Dingen,

lassen uns nicht klein kriegen,

denken weiter.

Heiliger Geist eben: Gott erreicht seine Menschen.

 

Guter Gott,
danke, dass du uns nicht allein lässt.
Du bist größer, einfallsreicher, pfiffiger
als wir uns das vorstellen können.
Steck‘ uns an mit deiner Lebensfreude.

 

Gott segne und behüte uns.
Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke

 

Zum Sonntag Exaudi, 24.Mai 2020

 

Eigentlich wissen wir, was gut und richtig ist.

Wenn da bloß nicht der Selbstzweifel wäre.

Immer wieder suchen wir Anerkennung,

müssen uns und anderen beweisen,

wie gut wir sind.

In dieser Welt ist das so. Aber nicht bei Gott.

Er „gibt sein Gesetz in unser Herz“ (Jer 31,33)

So lebt es sich gut: Ruhig und sicher;

sollen die anderen doch lachen.

Wir kennen Gottes Willen.

Er macht unser Herz fest,

damit wir sagen und tun,

was gut und richtig ist.

 

Guter Gott,
mach‘ uns stark,
dass wir Schwäche zeigen können.
Leben gelingt nur miteinander,
gemeinsam finden wir den besten Weg.

 

Gott segne und behüte uns.
Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke

 

Christi Himmelfahrt - 20. Mai 2020

 

Sie konnten starren, so lange sie wollten. Jesus blieb verschwunden.

Erst die Engel holten sie wieder auf den Boden der Tatsachen.

„Was seht ihr zum Himmel?“ fragten sie und meinten damit:

„Die Erde braucht euch.“

Das Glauben muss weiter gehen, damit das Leben leichter wird.

Mit dem Taschentuch sollten die Jünger nicht winken, sondern zwei Knoten ‘rein machen.

Um sich erinnern zu lassen: Gott lässt uns nicht allein. Und: Gott ist für alle da.

So kommt der Himmel auf die Erde.

 

Guter Gott,
gib uns Kraft zum Durchhalten.
Wir können nicht weglaufen.
Lass dich finden: Wie im Himmel,
so auf Erden.

 

Gott segne und behüte uns.
Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke

Sonntag, 17. Mai - Rogate

 

Im Himmel passiert sowieso genau das, was Gott will.

Dass es so auch auf der Erde ist,

darum bitten wir im Vater Unser:

„Dein Wille geschehe – wie im Himmel,

so auf Erden.“

Im Himmel kann ich allen in die Augen schauen.

Ohne Angst, ohne Hintergedanken, ohne mich zu schämen.

Die großen Dinge sind selbstverständlich:

Gleichheit, Gerechtigkeit, Frieden.

Dass es auf der Erde so wird, wie es im Himmel ist, -

darum beten wir und dafür leben wir gleichermaßen hartnäckig.

 

Guter Gott,
wir sind nicht allein. Du verstehst uns.
Auch wenn wir keine Worte finden.
Du teilst unser Leben.
Danke.

 

Gott segne und behüte uns.

Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke

Sonntag, 10. Mai - Kantate

 

Wir feiern wieder Gottesdienst.

Mit Abstand, aber eng verbunden.

Auch mit denen, die nicht in der Kirche sitzen,

aber die Glocken hören und erleichtert sind.

Das Leben geht weiter.

Manchmal mäßig, aber vielleicht ernsthafter.

Mit Mundschutz eben.

Das Glauben geht weiter.

Manchmal mäßig, aber vielleicht ernsthafter.

Singen geht wohl kaum. Aber Summen.

Unsere Gebet kommen an, auch wenn sie nur Gott hört.

 

Guter Gott,
begleite unsere nächsten Schritte. Lass‘ es gut gehen.
Hilf uns, die anderen nicht zu vergessen.
Die ganze Welt braucht Frieden, Gerechtigkeit, Gesundheit.
Es geht nur gemeinsam.

Gott segne und behüte uns.

Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke

Sonntag, 03. Mai - Jubilate

 

„Gott will mit uns die Erde verwandeln.

Wir können neu ins Leben geh‘n.“ (EG 432,3)

Seit sieben Wochen herrscht Ausnahmezustand.

Die Füße stillhalten war das Beste, was wir tun konnten.

Jetzt müssen wir das Leben neu lernen.

Auf Abstand. Winken statt umarmen.

Es gibt immer neue Herausforderungen.

Neue Themen beschäftigen uns.

Alltag und Freizeit haben ein neues Gesicht.

Es gibt viele neue Einsichten.

Vor Urzeiten hat Gott die Welt geschaffen.

Jetzt braucht er uns, um sie neu zu gestalten.

Wir sind gemeinsam unterwegs – Gott sei Dank!

Guter Gott,
gib‘ uns Mut und Tatkraft,
die Dinge in die Hand zu nehmen.
Das Leben kann gut werden,
weil du es teilst.

Gott segne uns und behüte uns.

Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke

Sonntag, 26. April - Misericordias Domini

 

„Der Herr ist mein Hirte ...“

nicht nur die Konfis kennen Psalm 23 auswendig.

Die Worte tun gut, gerade in der Krise,

deretwegen wir sogar die Konfirmation verschieben mussten.

Gott weiß, wie uns zu Mute ist;

er lässt irgendwann auch die Vorfreude wieder wachsen.

Zwischendurch hilft er uns,

den besten Weg selbst durch unwegsames Gelände

und dunkle Täler zu finden.

Wir lernen wieder, uns an kleinen Dingen zu freuen,

und wenn es schwer wird, fürchten wir uns nicht so sehr.

Wir begreifen, wie wertvoll das Leben ist,

gerade wenn es bedroht ist.

Gott passt auf uns auf.

Daran erinnern die Glocken, wenn sie,

wie heute in Riede zur Konfirmationszeit,

in einem Konzert erklingen, das keiner überhören kann.

 

Guter Gott,

Der Weg geht weiter.

Du gehst ihn mit.

An dir können wir uns orientieren.

Wir schöpfen neuen Mut.

 

Gott segne uns und behüte uns.

Ihre/Eure Pastorin Birgit Bredereke